Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Abendmahl

  • Diese Hauptfeier der Christen geht zurück auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung. Es wurde nach der Überlieferung (Markus4,12-25) als Passahmahl gefeiert, das die Juden einmal im Jahr zur Erinnerung an die Errettung durch Gott aus der Gefangenschaft in Ägypten begehen.
  • Die ersten Christen setzten dieses "Brotbrechen" im Gedenken an Jesus fort (Apostelgeschichte 2, 46). Bei den Worten "Das ist mein Leib. Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird" erlebten sie die Gegenwart Jesu als Stärkung ihrer Glaubens- und Lebensgemeinschaft. Sie erinnerten sich dabei an all das, was Jesus ihnen versprochen hatte, an seine Tischgemeinschaft mit seinen Jüngern und mit gesellschaftlich Verachteten.
  • Im Mittelalter wurde das Abendmahl zum Sakrament erklärt, d. h. zu einer für die Kirche grundlegenden und typischen Form der Vermittlung göttlicher Gnade.
  • Nach katholischem Verständnis kann nur ein geweihter Priester durch das Sprechen der Einsetzungsworte Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu verwandeln (= Transsubstantiation). Damit wird vor Gott das Opfer wiederholt, das Jesus durch seinen Tod für die Menschen gebracht hat. Die Gläubigen nehmen es mit Danksagung an (= Eucharistie).
  • Auch für Luther ist Brot und Wein Christus selbst; aber nicht so, daß Christen ihn in einer geweihten Hostie anbeten, aufbewahren und in Prozessionen herumtragen.
  • In der evangelischen Kirche darf grundsätzlich jeder Christ die Einsetzungsworte sprechen, wenn es nach der Ordnung der Kirche geschieht.
  • Der Reformator Calvin sah die Besonderheit der Abendmahlsfeier im Glauben der Teilnehmer begründet. Für Zwingli war es hauptsächlich eine Gedächtnisfeier.
  • Diese Unterschiede führten zu erheblichem Streit und sogar zur Aufhebung der Abendmahlsgemeinschaft zwischen den Konfessionen, die aus der Reformation hervorgingen.
  • Heute sehen viele Christen im Abendmahl mehr das Verbindende und feiern es deshalb trotz unterschiedlicher Auffassungen doch zusammen.
  • Die Einstellung eines Menschen zum Abendmahl hängt neben dem allgemeinen Glaubensverständnis auch von der Vorbereitung darauf ab. Sie findet u.a. in der Familie, im Religions- und Konfirmandenunterricht und in der Jugendarbeit statt. Viele Christen haben heute neuen Zugang zum Abendmahl gefunden, weil es nicht nur als ernste Feier (z. B. mit vorausgehender Beichte und ausdrücklicher Vergebung der Sünden) gestaltet wird, sondern immer häufiger als Teil eines Gottesdienstes, einer Tagung oder eines Gruppentreffens. Damit ist manchmal auch eine Mahlzeit zum Sattessen verbunden (Agapefeier).
  • In einigen Landeskirchen werden (nach entsprechender Vorbereitung) die Kinder mit zum Abendmahl eingeladen. Auch deshalb wird dann statt Wein Traubensaft gereicht.
  • Gehbehinderte, Kranke und Sterbende können einen Pfarrer zu einer Abendmahlsfeier für sich und ihre Angehörigen bitten.