Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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INTERVIEW mit Friedhofsmitarbeiter C. Bredemeier


  • Herr, Bredemeier, sie sind nun mittlerweile schon über 5 Jahre als leitender Friedhofs-mitarbeiter auf unserem Grambker Friedhof tätig. Wie fällt ihre persönliche Bilanz für diesen Zeitraum aus?
    • In den letzten fünf Jahren haben wir viel auf dem Friedhof bewegt. Das liegt vor allem daran, weil wir ein gut eingespieltes Team haben, was aus den Mitarbeitern des Friedhofes, den Kolleginnen aus dem Friedhofsbüro, dem Friedhofsvorsteher und dem Kirchenvorstand besteht.
  • Was hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend verändert?
    • Eine sehr große Veränderung war z.B. die Anschaffung des Friedhofsbaggers. Diese Investition hat sowohl mich als auch den Kirchenvorstand viel Überzeugungsarbeit gekostet. Damit verbunden war nämlich außerdem noch der Bau einer Halle für den Bagger und die restlichen Geräte. Das hat uns dann natürlich eine Menge extra Arbeit beschert, da wir den Hallenneubau in 60 % Eigenleistung erbracht haben. Ich finde aber, dass sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann.
    • Aus Verkehrssicherheitsgründen musste in einem Baumkataster jeder Baum des Friedhofs erfasst werden. Daraus haben sich dann auch entsprechende Pflegemaßnahmen ergeben, die zum größten Teil durch unser Team erledigt wurden.
    • Natürlich hat sich auch der Friedhof in seiner Form verändert. Der alte Schotter wurde aus den Wegen entfernt, mit Erde aufgefahren und angesät. Hauptwege wurden planiert und mit neuem Splitt aufgefüllt. Bei einem kleinen Spaziergang über den Friedhof kann man eigentlich immer wieder kleine Neuerungen oder Veränderungen feststellen.
  • Welche Probleme tauchen bei der Arbeit häufiger auf?
    • Die Probleme die immer wieder auftreten sind zum Glück nicht sehr gravierend. Manche beschweren sich darüber, dass beim Mähen etwas Gras auf die Gräber gelangt und dass das Wasser zu früh abgestellt bzw. zu spät wieder angestellt wird. Die Verantwortlichen sind allerdings immer bemüht, solcherlei „Unannehmlichkeiten“ in Grenzen zu halten, aber manche Dinge lassen sich einfach nicht vermeiden.
    • Der Diebstahl von Blumen und Grabdekorationen ist leider ein Problem, gegen das wir von Seiten des Friedhofs nicht viel unternehmen können. Seit langem sind wir nach wie vor aktiv darum bemüht, Schädlinge wie Wühlmäuse, Erdwespen etc. zu bekämpfen.
  • Inwieweit macht sich die veränderte „Bestattungskultur“ in unserer Gesellschaft auch bei uns in Grambke bemerkbar?
    • Bevor ich meine Arbeit auf dem Friedhof anfing wurde ein Rasengräberfeld angelegt, wo sowohl Urnen als auch Särge bestattet werden können. Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass bereits ein zweites Feld angelegt wurde und ich denke, dass sich dieser Trend weiter durchsetzen wird. Man konnte in den letzten fünf Jahren feststellen, dass sich immer mehr Grabbesitzer/innen für die Aufgabe ihres Grabes entschieden haben. Da sie den Angehörigen nicht die Pflege ihres Grabes zumuten wollten, haben sie sich dann für das Rasengräberfeld entschieden. Trotz dieser Entwicklung gibt es aber doch noch immer viele Leute, die sich aus persönlichen Gründen zum Kauf einer traditionellen Grabstelle entschließen.
  • Was ist als nächstes geplant und wie lässt sich die Attraktivität unseres Friedhofs weiter erhöhen?
    • Als nächstes ist die Anlage eines Rasenreihengräberfeldes mit Liegeplatte geplant. Hier können gemeinsam Ehe- bzw. Lebenspartner, aber auch Einzelpersonen beigesetzt werden. Auch ist die Bestattung mit Sarg oder Urne frei wählbar. Im vorletzten Jahr haben wir eine kleine Fläche mit 1m² Urnengräbern angelegt, wo jeweils bis zu 4 Urnen beigesetzt werden können. Auf diese Weise können wir eine größere Auswahl an Beisetzungsmöglichkeiten anbieten. In der nächsten Zeit sollen auch die restlichen Hauptwege mit Splitt neu aufgefüllt und die Seitenwege planiert und angesät werden.
  • Welche Wünsche haben Sie persönlich für die Zukunft?
    • Ich wünsche mir, dass unser Team in der jetzigen Konstellation möglichst lange so bestehen bleibt und die Zusammenarbeit weiterhin Hand in Hand läuft. Abschließend möchte ich noch um Verständnis bitten, dass die Friedhofsmitarbeiter nicht immer überall gleichzeitig sein können, um Wege zu pflegen oder Rasen zu mähen.

Herr Bredemeier, wir danken ihnen für ihren Einsatz und wünschen ihnen und allen Mitarbeitenden weiterhin viel Freude bei der Arbeit auf unserem Friedhof.


Im Namen des Kirchenvorstands Pastor J. Runge