Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Interview mit Rolf Lübbers

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In diesem Jahr feiert Diakon Herbert Hinze sein 25 jähriges Dienstjubiläum in unserer Gemeinde. Der „Chef“ des Jugendheims hat sich seine jugendliche Natur bewahrt und darf sich im Rückblick einer kontinuierlich sehr beliebten Jugendarbeit in unserem Stadtteil erfreuen. Neben gesamtkirchlichen Aufgaben schafft er es mit seiner unnachahmlichen Art, Jugendliche zum Treffen ins Jugendheim zu bewegen und sie in der Gemeinde zu integrieren. Zum Anlass seines Jubiläums sprach die Redaktion mit einem der ehemaligen Jugendlichen, der von Anfang an dabei war und heute u.a. ein gefragter ehrenamtlicher Mitarbeiter ist. Er ist vielen durch die Mitarbeit in der Gemeinde bekannt: Herr Rolf Lübbers.

  • Red.: Rolf, Du gehörst zu den „Alten“ des Jugendheims – kann man das so sagen? Seit wann kennst Du das Jugendheim sozusagen von innen?
    • R.L.: Ja, das kann man durchaus so sagen. Als Nachbar bin ich quasi um das Jugendheim herum und drinnen groß geworden. Zuerst im Kindergarten nebenan, dann im Kindergottesdienst bei Schwester Annemarie und ihren Mitarbeiterinnen, zeitweise war ich sogar Tenorhornbläser bei Werner Urban – und dann eben, so seit Mitte der 70er, im Jugendheim in den Gruppen vom ehemaligen Diakon Heinz Zimmer und Jugendheimvater und Küster Willi Stute.
  • Red.: Herbert Hinze begann seinen Dienst 1986 – vor 25 Jahren – als Diakon für die Jugendarbeit in Grambke. Wie war das damals für Dich als Jugendlicher?
    • R.L.: Herbert hat das Rad nicht erfunden. Es gab schon vor ihm für uns die „Offene Tür“ im Jugendheim und auch sportliche Highlights und Ausflüge/Freizeiten. Willi Stute hatte das hier in Grambke ins Leben gerufen, und er war mit Leib und Seele für uns da. In der Weise haben wir mit Herbert keinen Bruch erlebt, sondern wurden in ganz ähnlichem Stil weiter betreut. Die Pastoren kamen damals übrigens zu uns rüber zu Bibelstunden. Und die Jugendlichen, die anfangs zumeist aus der näheren Nachbarschaft kamen, trafen sich lediglich neben anderen Gemeindekreisen im Jugendheim.
Als 1986 Herbert Hinze als neuer Diakon kam, war er ganz schnell mitten drin. Er ist von Anfang an mit seiner offenen und unkomplizierten Art und natürlich auch mit seiner sportlichen Natur gut angekommen bei uns. Und nach einem Fußballspiel, bei dem er selbst noch mitspielte, fiel es uns auch nicht schwer, z.B. mit ihm am Tisch die Bibel aufzuschlagen.
  • Red.: Wie hat sich die Jugendarbeit unter der Hand von Herbert Hinze sodann entwickelt?
    • R.L.: Ich erinnere mich an die erste große Aktion: Nach wenigen Wochen erreichten Einladungen zur Offenen-Tür im Jugendheim die Jugendlichen auf sämtlichen damaligen Kanälen. Keine Ahnung, ob er selbst erstaunt war über das Echo – plötzlich war das Jugendheim jedenfalls sehr gut besucht. Von den Damaligen sind heute noch manche ehrenamtlich in der Gemeinde tätig. Dann folgten gleich 2 Sommerfreizeiten – für die Jüngeren nach Spiekeroog und für die Älteren in die Nähe von Bordeaux. Und dabei ist es ja geblieben: Herbert hat so gut wie jedes Jahr durch die Jahrzehnte und durch ganz Europa mindestens eine Sommerfreizeit, und fast im gleichen Tempo Oster-Konfi-Freizeiten angeboten und durchgeführt. Für die Jugendlichen vertieft sich der Kontakt dadurch natürlich untereinander und zu ihm. Etliche Paare fanden sich übrigens auf diesem Weg. Arbeit, die Herbert sich dadurch zusätzlich „aufhalste“ – wenn er heute oft deren Kinder taufen oder konfirmieren oder demnächst trauen soll, was ihm in unsrer Gemeinde ja ermöglicht wurde.
  • Red.: Herbert Hinze hat viele Begabungen im Umgang mit anderen, als Leiter der Gemeindejugendarbeit insbesondere. Gibt es aus Deiner Sicht auch Bereiche, die ihm nicht so liegen?
    • R.L.: Unvergesslich für mich: „Herr, gib uns Mut zum Brückenbauen“ – dieses Lied unter Gitarrenbegleitung von Herbert. Beim besten Willen dieses Lied einmal gemeinsam zu singen: Es ist wohl allen der Mut eher genommen worden…
Und was irgendwann auch gar nicht mehr ging: Herberts Vollbart. Der wurde Ende der 80iger von Jugendlichen in einer Aktion mit dem im Jugendheim gefesseltem Diakon (natürlich mit gewisser Zustimmung desselben) abgenommen…der Schnauzer folgte etwas später. Tja und gibt es da nicht einen gewissen sportlichen Übermut unseres Diakons?...
  • Red.: Was denkst Du nach 25 Jahren über die Zukunft - sollte Herbert Hinze auch weiter Jugendarbeit im Jugendheim anbieten, oder ab einem bestimmten Alter doch besser andere diakonische Aufgaben in der Gemeinde wahrnehmen, bzw. vom „Trainer“ quasi zum „Vereins-Präsidenten“ aufsteigen?
    • R.L.: Na ja, vielleicht hat seine Spontanität mit den Jahren etwas nachgelassen im Sinne von „Lass uns doch noch mal schnell zum Bistro oder Freimarkt oder dergleichen fahren…“. Aber zweifellos schafft Herbert es wie eh und je, gute Atmosphäre unter den Jugendlichen zu schaffen. Er findet schnell Kontakt auch zu eher schwierigen oder neuen Jugendlichen; lässt niemanden fallen. Auf seine Art kann er es sich ohne Autoritätsverlust leisten, freundschaftlich mit Jüngeren umzugehen. Ich weiß, dass mancher das Gespräch mit ihm unter 4 Augen sucht, sowie er immer schon auch Kontakt zu den Familien und das Gespräch gesucht hat. Dass er inhaltlich `was zu vermitteln versteht, zeigt sich m.E. automatisch im Blick auf die vielen Ehrenamtlichen, die im Laufe der Jahre bis heute ihren Platz in konkreter Gemeindemitarbeit gefunden haben. Aufgrund seines enormen Erfahrungsfundus’ ist seine Jugendheimarbeit zweifellos eine gesunde Alternative zu schlechtem Einfluss.
Ich wünsche ihm aber auch, dass er weiterhin geeignete Co-Trainer findet und fördern kann (Teamer/eherenamtliche Mitarbeiter), wie ich es erfahren habe, die die gute Arbeit im Jugendheim weiterhin unterstützen können.
  • Red.: Vielen Dank für dieses Gespräch und den „Mut zum Brückenbauen“.