Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Erntedank

Das Erntedankfest wird am Sonntag nach Michaelis (das ist der 29. September) gefeiert. Erntedank ist ein Festtag zwischen Dank und Sorge. Der "Erntedank" gilt Gott für die Erde und ihre Früchte, für die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln, die er gewährt. Körbe mit Früchten oder auch eine aus Kornähren gefertigte "Erntekrone" werden in die Kirche hineingetragen und auf den Altat gelegt. Auf der anderen Seite ist dieser Tag besonders aktuell in einer Zeit. in der wissenschaftlicher Fortschrittund wirtschaftliches Denken wichtiger zu sein scheinen als die Erinnerung an das Geschaffensein des Menschen und die Bewahrung der Schöpfung. Wo das Bewußtsein wachgehalten wird, dass das Leben nicht perfekt planbar und des Lebens Fülle nicht selbstverständlich ist, mündet der Dank immer auch in ein Denken und Abgeben an arme und hungernde Menschen. In vielen Gemeinden werden daher die "Erntegaben" im Anschluss an den Gottesdienst für einen guten Zweck verkauft. Der Ursprung eines Erntedankfestes geht auf vorchristliche Religionen zurück. Schon im Judentum und in römischen Religionen feierte man im Herbst die lebensnotwendigen, reichen Gaben der Erde. In manchen Gegenden werden Erntefeste mit Festessen und Tanz gefeiert, in ländlichen Gemeinden gibt es aus diesem Anlass Jahrmärkte, und es ist Brauchtum, Strohpuppen am Feld aufzustellen. Der Erntedanksonntag wurde früher neben einer Naturalienspende für die Ortsarmen auch zu einer Kuriositäten- und Monstrositätenschau genützt. Zum Beispiel wurden die grössten Kürbisse, die schwersten Futterrüben, aber auch Zwillingsäpfel ausgestellt.