Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Himmelfahrt

Die Bibel erzählt in den vier Evangelien die Geschichte, in der Jesus vor den Augen seiner Freunde von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wird - in den Himmel. Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostern Christi Himmelfahrt. Dabei geht es nicht um eine phantastische Reise. Genau wie die Geschichten von der Auferstehung Jesu sagt die Geschichte von seiner Himmelfahrt: Jesus ist nicht im Tod geblieben, er ist bei Gott. Ursprünglich gab es kein eigenes Himmelsfahrtsfest. Die ersten Christen haben die 50 Tage nach Ostern als eine einzige Festzeit gefeiert. Für viele Menschen ist Christi Himmelfahrt ein wenig greifbares Fest. So sind im Mittelalter viele Bräuche entstanden, die das Geschehen vorstellbarer machen sollten: Im Spätmittelalter zum Beispiel schwangen zwei Priester im Gottesdienst ein Weihrauchfass und erzeugten eine sichtbare Wolke, die zum Himmel, zumindest aber zur Kirchendecke zog. Bis zum 19. Jahrhundert war es in vielen Kirchen Brauch, am Himmelfahtstag eine Christusfigur am Ende des Gottesdienstes zu einer Öffnung in der Kirchendecke zu ziehen: Christus schwebt gen Himmel. An manchen Orten wurde anschließend ein Teufel hinabgeworfen, der von den Gottesdienstbesuchern getreten und zerrissen wurde - Zeichen dafür, dass der Teufel nun endgültig überwunden ist. Heute werden in vielen evangelischen Kirchen Gottesdienste unter freiem Himmel gefeiert. In katholischen Gemeinden haben sich bis in die heutige Zeit Himmelfahrtsprozessionen gehalten: Sie erinnern daran, dass Christen ein "wanderndes Volk" sind, auf dem Weg zu Gott. Wohlwollende Deutungen sehen darin den Ursprung der Vatertagsausflüge. Tatsächlich wurde der Vatertag 1910 von der Amerikanerin Louisa Dodd, deren Vater im Sezessionskrieg gekämpft hatte, ins Leben gerufen. Seit Anfang der dreißiger Jahre wird er in Deutschland am Himmelfahrtstag begangen - einen Zusammenhang mit dem christlichen Feiertag hat er nicht.