Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Gott sei Dank, es ist Sonntag

Schäuble unterstreicht Bedeutung des Sonntags in globalisierter Welt

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die besondere Bedeutung von Sonn- und Feiertagen gerade in der globalisierten Welt hervorgehoben. Angesichts wachsender Belastungen durch den weltweiten Wettbewerb und den ständigen Wandel würden Zeiten der Muße, Erholung und Besinnung immer wichtiger, sagte er beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen in Essen. Auch der rheinische Präses Nikolaus Schneider und Ruhrbischof Felix Genn betonten den Wert des Sonntags als Ruhetag, der einer Ökonomisierung des Lebens Grenzen setze.

"Sonn- und Feiertage schaffen einen Freiraum, im dem der Einzelne und die Gemeinschaft Bedürfnisse stillen können, die im Alltag häufig zu kurz kommen", sagte Schäuble. Sonn- und Feiertage seien für den Einzelnen, aber auch für die Gemeinschaft, besondere "Zeitfenster", in denen kein Handlungsdruck von außen aufgebaut werde. Dabei gehe es nicht nur einfach um freie Zeit, sondern auch um gemeinsame Freizeit für Familien, für sportliche Aktivitäten und auch für die gemeinsame Religionsausübung.

"Eine solche Pflege des Gemeinsamen ist in der Globalisierung von großer Wichtigkeit", betonte der Minister, der selbst evangelisch ist. Gerade angesichts der beschleunigten Lebensverhältnisse seien Orientierung und Traditionen notwendig. Dazu müssten auch die Kirchen mit ihren Kompetenzen und Stärken beitragen. Sie sollten "Angebote in die Waagschale legen, durch welche die Menschen vor Ort tatsächlich Gemeinschaft, Verwurzelung, Traditionalität erleben können".

Der Schutz des Sonntags habe Verfassungsrang, "und dabei wird es auch bleiben", sicherte der Politiker zu. Dieser Rahmen müsse aber gefüllt werden. "Wenn es den Kirchen nicht gelingt, die Bedeutung solcher Erlebnisse zu vermitteln, dann wird der gesetzliche Schutz für Ruhezeiten schnell zu einer leeren Hülle."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, hob die Bedeutung des Sonntags als Ruhetag hervor, welcher die Arbeit begrenze. "Durch die Sonntage wird die Ökonomie davor bewahrt, totalitär zu werden." Der arbeitsfreie Tag erinnere daran, dass Arbeit und Leistung, Produktivität, Gewinn und Konsum nicht alles seien. Dabei habe der Sonntag nicht nur eine soziale, sondern auch eine spirituelle Dimension, erklärte der leitende Theologe der zweitgrößten deutschen evangelischen Landeskirche.

Die Sonntagsruhe, die schon in der Schöpfungsgeschichte vorkomme, gehöre zur Existenz des Menschen, betonte Ruhrbischof Felix Genn. Der Sonntag sei ein Gott geweihter Tag, ein Tag des Dankens und der Feier des Glaubens.