Aus Ev. Kirchengemeinde Grambke
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Taufe

  • Schon vor dem Christentum gab es in orientalischen Religionen und griechischen Mysterienkulten Weihen und Reinigungs- bzw. Aufnahmeriten durch Waschungen, Untertauchen in Wasser oder auch Besprengen mit Blut. Auch der Eintritt in die jüdische Religion ist mit einem Tauchbad verbunden.
  • Das Neue Testament berichtet, daß Johannes der Täufer Umkehr predigte und zur Vergebung der Sünden taufte (Markus,2-1). Auch Jesus kam zu ihm an den Jordan und ließ sich taufen, taufte selbst aber nicht.
  • Die in der Apostelgeschichte überlieferte Taufpraxis der Urgemeinde wird auf den Willen des auferstandenen Jesus zurückgeführt: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe" (Matthäus 28,19-20).
  • Die Taufe war zunächst eine Form der Aufnahme in die Kirche und der Vermittlung des Heiligen Geistes. Der Apostel Paulus deutet sie (Römer 6) als Symbol und Vollzug der Verbindung mit Jesus: durch das Untertauchen mit seinem Tod, durch das Auftauchen mit seiner Auferstehung. Alles, was dem entgegensteht, wird durch die Taufe "abgewaschen". Der Mensch gehört jetzt zum "Leib Christi" und hat ein neues Leben erhalten.
  • Der Taufe Erwachsener geht das Glaubensbekenntnis voraus, bei Kindern sprechen es die Eltern, Taufpaten und auch die Gemeinde stellvertretend; dann ist die Taufe ein Zeichen dafür, daß Gottes Zuwendung und Gabe Voraussetzung für unseren Glauben ist (Pate). Die Säuglingstaufe ist etwa seit Anfang des 3. Jahrhunderts üblich. Da sie von den Kindern nicht bewußt erlebt wird, gibt es in der Firmung bzw. Konfirmation eine besondere Feier, die auch der Bestätigung der Taufe dient. Die Taufe zu einem späteren Zeitpunkt wird heute als gleichwertig angesehen, u.a. weil manche Eltern ihrem Kind die Entscheidung dafür selbst überlassen wollen oder auch um einem magischen bzw. oberflächlichen Verständnis der Taufe entgegenzutreten. In manchen Kirchen wird nur die Erwachsenentaufe praktiziert (z.B. bei den Baptisten).
  • Neuerdings findet die Taufe kaum noch im Krankenhaus, zu Hause oder in einer gesonderten Feier statt, sondern in einem Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinde. Tauftag und Taufspruch werden in manchen Familien in besonderer Erinnerung gehalten.
  • Wenn für einen Menschen, etwa für ein neugeborenes Kind, Lebensgefahr besteht und ein Pfarrer oder eine Pfarrerin nicht mehr herbeigerufen werden kann, darf jeder getaufte Christ taufen. Voraussetzung ist, dass der Täufling oder die Eltern/Erziehungsberechtigten einverstanden sind. Eine Anleitung für diese Nottaufe findet sich im Gesangbuch. Sie ist voll gültig, darf also nicht wiederholt werden. Die Nottaufe ist der zuständigen Kirchengemeinde anzuzeigen.